Rybatschi

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Karte der Vogelwarte von Rybatschi, ehemals Rossitten

Rybatschis (früher Rossitten) Besiedlungsgeschichte reicht lange zurück. Im 14. Jahrhundert stand hier eine Burg, später dann ein Ordenshaus mit angeschlossenem Gestüt, einer Ziegelei und einer Burgkapelle. Aufgrund des guten Bodens wurde bei Rossitten Landwirtschaft betrieben, es lebten aber auch schon damals Fischer hier.

Zwar wurde Rossitten nicht so sehr durch die Wanderdünen bedroht wie andere Nehrungsdörfer, aber auch hier musste der Sand nach den Abholzungsmaßnahmen befestigt werden. Im 19. Jahrhundert  erlangte der Düneninspektor Franz Epha Berühmtheit durch seinen erfolgreichen Kampf gegen die wandernden Sandmassen. Zu jener Zeit entwickelte sich auch der erste Tourismus in Rossitten.

Bekannt ist vor allem die Vogelwarte von Rybatschi, die 1901 von Johannes Thienemann, eigentlich Theologe, gegründet wurde. Es war die erste ornithologische Station Deutschlands. Thienemann beobachtete Vögel, beringte sie und erforschte die Vogelwelt und den Vogelzug der Nehrung. An der Königsberger Albertina studierte er Zoologie und wurde dort 1910 Professor. 1938 starb Thienemann in Rossitten. Auf dem alten Friedhof finden sich noch heute die Grabsteine von Johannes Thienemann und dem Düneninspektor Franz Epha.

Auch heute noch werden auf der Vogelwarte Vögel beobachtet und beringt. Die Station befindet sich nicht mehr an ursprünglicher Stelle, sie ist nun im ehemaligen Gästehaus des Kurhauses untergebracht. Besucher sind willkommen. Gleiches gilt für die Feldstation Fringilla (lateinischer Name für Buchfink) südlich von Rybatschi, wo mit Reusen und Netzen Vögel eingefangen werden. Die Feldstation wurde 1957 eingerichtet.

Die Kirche von Rybatschi lohnt eine Besichtigung. Die alte Backsteinkirche diente während der Sowjet-Zeit als Lager für Fischernetze. Seit den 1990er-Jahren wird sie als russisch-orthodoxe Kirche genutzt.

Nahe der Siedlung von Rybatschi befindet sich der Aussichtspunkt „Müllers Höhe“. Oberforstmeister Müller war ebenfalls an der Bepflanzung der Wanderdünen beteiligt. Von einem Aussichtsturm hat man einen schönen Blick auf die Umgebung.