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Naturfreunde

Kaliningrad_natur_blog

Unberührte Natur im Kaliningrader Gebiet

Naturliebhaber werden die einsamen Landschaften im ehemaligen Ostpreußen zu schätzen wissen. Die sanfte Hügellandschaft, weitläufigen Wiesen und Felder und teils unberührten Wälder bieten der heimischen Flora und Fauna einen vielfältigen Lebensraum. Die Rominter Heide, die Elchniederung und die Kurische Nehrung sind bei Naturfreunden geschätzte Reiseziele.

Elche und Vögel sind die Tierarten, die vielen beim Gedanken an das Kaliningrader Gebiet in den Sinn kommen. Für ihre Vogelwelt ist die Region besonders bekannt: Neben dem Nemunasdelta (Memeldelta) in Litauen zählt die Kurische Nehrung zu den wichtigsten Stationen des Vogelzugs. Hunderttausende Vögel ziehen in der Herbstsaison täglich über die Nehrung, viele Arten leben und brüten aber auch hier. Bussarde, Fischadler, Finken, Meisen, Sperber, Weihen, Austernfischer, Schwäne, Enten und viele andere können je nach Saison gesichtet werden.

Wer die Vogelwelt erkunden möchte, kann in Rybatschi (Rossitten) die Vogelwarte bzw. die Feldstation Fringilla (lateinisch für Buchfink) besuchen. Die alte Vogelwarte wurde 1901 von dem Theologen und Ornithologen Johannes Thienemann gegründet. Die Feld-Station Fringilla liegt südlich von Rybatschi – hier werden die Vögel mit reusenartigen Netzen gefangen, um sie zu zählen und zu beringen. Besucher sind willkommen. Fernglas nicht vergessen!

Aber auch jenseits der Vogelwelt ist die Kurische Nehrung mit ihren fantastischen Dünen, den Kiefernwäldern, dem beschaulichen Haff auf der einen und der Ostsee-Küste auf der anderen Seite erkundenswert. Zwischen Seledogradsk (Cranz) und der russisch-litauischen Grenze liegt der Nationalpark Kurschskaja Kossa. Viele Urlauber hoffen, einen Elch zu Gesicht zu bekommen. Von diesen leben mittlerweile wieder einige auf der Nehrung. Aber auch Wildschweine und Biber können entdeckt werden.

Für Wanderungen und Tierbeobachtungen in einsamer Landschaft ist auch die Elchniederung sehr geeignet. Dieses abgelegene Fleckchen Erde im Grenzgebiet von Russland und Litauen grenzt im Westen an das Kurische Haff. Die Landschaft ist geprägt von Mooren, Flüssen, Wäldern, Wiesen und Sümpfen. Sie beherbergt zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten wie etwa den Sonnentau und einige Orchideenarten. Zudem ist die Elchniederung ein Paradies für viele Vogelarten. Auch Elche können hier erspäht werden.

Ebenso steht die Rominter Heide bei Naturinteressierten auf dem Plan. Sie liegt im Südosten der Exklave. Etwa zwei Drittel der grenzübergreifenden Heide befindet sich auf russischem Territorium, ein Drittel auf polnischem. Einsame Wald- und Heideflächen und der Fluss Rominte (Krasnaja) locken Naturverbundene in das ehemalige Jagdgebiet der Preußen. Auch Pilzsammler kommen hier auf ihre Kosten: Die Rominter Heide ist berühmt für ihre Steinpilze.