Geschichte

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Deutscher Orden in Ostpreußen, dem heutigen Kaliningrad

Der sehr wechselhaften Geschichte der Region kann man in einer kurzen Anhandlung kaum gerecht werden. Daher soll im Folgenden nur ein grober Abriss der wichtigsten Stationen im Laufe der Geschichte beschrieben werden.
Im 13. Jahrhundert wurde die Region des heutigen Kaliningrader Gebietes vom Deutschen Orden erobert. Die Bevölkerung sollte christianisiert werden, zahlreiche Ordensburgen entstanden, von denen auch heute noch einige Ruinen zu sehen sind. Königsberg war über längere Zeit Sitz des Deutschen Ordens.

Ab 1773 wurden die Gebiete Ermland (heutiges Polen) und das damalige Königreich Preußen zu dem Gebiet Ostpreußen zusammengefasst, Königsberg wurde Provinzhauptstadt. Zwischen Mitte des 19. Jahrhunderts und 1946 gehörte das Gebiet dem Deutschen Reich an. Durch den Versailler Vertrag von 1920 wurden nach dem Ersten Weltkrieg allerdings Teile des deutschen Gebietes an Polen abgetreten, sodass Ostpreußen vom Deutschen Reich abgeschnitten war und zur Exklave wurde.

Mit dem Überfall auf Polen und der Annektierung der ehemals abgetretenen Provinzen Preußens begann der Zweite Weltkrieg. Viele Tausend Zivilisten verloren durch den Krieg oder auf der Flucht ihr Leben. Der Untergang der Schiffe Wilhelm Gustloff oder Goya sowie die Flüchtlingstreks über das gefrorene Haff sind in diesem Zusammenhang weithin bekannte Ereignisse.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das südliche Ostpreußen an Polen, das nördliche Ostpreußen an die Sowjetunion. Dies wurde zum Oblast Kaliningrad. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde aus dem Gebiet vertrieben oder deportiert, russische Bevölkerung neu angesiedelt. Die Städte der Region wurden umbenannt, alles „Deutsche“ sollte verbannt werden. Viele der alten Orte verwaisten und starben völlig aus. Das Kaliningrader Gebiet war selbst für Sowjetbürger lange Zeit Sperrgebiet.

Mit dem Ende der Sowjetunion und der damit einhergehenden Unabhängigkeit Litauens wurde aus dem Gebiet Kaliningrad eine Exklave. Es liegt etwa 1.200 Kilometer von Moskau entfernt. Der Beitritt Polens und Litauens zur EU 2004 hat die Situation noch weiter verschärft: Das Kaliningrader Gebiet ist seither von einer EU-Außengrenze umgeben, russische Bürger benötigen für eine Reise von Rest-Russland nach Kaliningrad oder umgekehrt ein Transit-Visum.