«

»

Deutsche Spuren

Kaliningrad_Dom_blog

Königsberger Dom in Kaliningrad

„Heimwehtourismus“ wird es gerne genannt, wenn Menschen auf den Spuren ihrer Wurzeln in das ehemalige Ostpreußen reisen. Viele der älteren Reisenden wurden hier geboren, suchen ihre Heimat oder die Heimat ihrer Eltern auf.

Wenngleich sich die sowjetischen Machthaber bemüht haben, alles Deutsche aus dem heute russischen Gebiet zu verbannen, so gibt es noch zahlreiche Zeugnisse der deutschen Vergangenheit.

Architektonisch zählt vermutlich der Königsberger Dom zu den bekanntesten Bauwerken. Auch die Stadttore des alten Königsberg sind größtenteils noch erhalten. Das Königsberger Schloss, dessen Kriegsruinen unter Leonid Breschnew gesprengt wurden, ist zwar nicht mehr als solches erhalten, aber Ausgrabungen legten das Fundament frei und förderten zahlreiche Exponate zutage. Um die Finanzierung und Durchführung der Restaurierungsarbeiten ranken sich, seit der Initiator – das Nachrichtenmagazin Der Spiegel – aus dem Projekt ausgestiegen sind, immer wieder Unklarheiten. Außerdem gab und gibt es ständig Diskussionen darum, das Schloss neu zu errichten.

Weiterhin sind viele Kirchen zerstört oder verfallen lassen worden. Oder sie wurden ganz pragmatisch als Lagerräume anderweitig genutzt. Auf jeden Fall wurde Kirche und Glaube zur Zeit der Sowjetunion aus dem täglichen Leben verbannt.

Das Denkmal für das Massaker am Strand von Palmnicken, wo 1945 mehrere tausend KZ-Häftlinge ins Meer getrieben und erschossen wurden, erinnert auch an die Schattenseiten der Region im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg – an Krieg, Vertreibung und Tod. Königsberg und sein Umland waren vor allem 1944 und 1945 Schauplatz von Bombardierungen, Kämpfen und Gräueltaten an der Zivilbevölkerung.

Die alten deutschen Namen der Städte und Dörfer – Königsberg, Insterburg, Tilsit, um nur einige zu nennen – wurden ab 1946 durch russische Namen ersetzt. Jedoch wurden die alten, deutschen Namen nicht vergessen und werden, gerade von älteren Menschen, heute noch immer verwendet.